"Der Westen" (Gladbeck, den 16.02.2010)

Gladbeck. Wieder einmal ein beinahe „ausverkauftes Haus“ beim Forum Deutscher Musikhochschulen am Dienstagabend in der Mathias-Jakobs-Stadthalle.


Mit einem schwungvoll-unterhaltsamen Konzert bezauberte das Art’marillis-Quintett die begeisterten Zuhörer. Die fünf jungen Musiker der Musikhochschule Saar (Saarbrücken) mussten eine Zugabe abliefern, bevor man sie vom Podium verabschiedete: Sie taten das mit einem flotten, an einen Hummelschwarm erinnerndes „Scherzo für Holzbläser“ aus der Feder des Franzosen Eugène Bozza (1905 – 1991).

Schon eingangs setzte das (aus fünf Nationen) international besetzte Quintett mit Christian Ruhnke (Flöte), Malou Garofalo (Klarinette), Maksym Malkov (Oboe), Tao Li (Horn) und Ricardo Aurelio de Oliveira (Fagott) mit Anton Reichas „Quintett Es-Dur (op. 88 Nr.2) aus dem Jahr 1813 einen deutlichen Akzent. Diese Art „Harmoniemusik“ aus Anlass einer Serenade oder als Begleitmusik zu üppiger Tafelei hatte durchaus ihren eigenen Charme. Deren fließende Melodik, fein artikulierte Rhythmik und ein fast schwelgerisches Baden in Harmonie brachte das Quintett sehr überzeugend über. Engagiertes Musizieren und eine Entdeckung für so manchen der Forumsgemeinde!


Souveränes Musizieren

 

Die folgenden „Alten ungarischen Tänze“ von Ferenc Farkas wurden ebenfalls flott und schwungvoll gespielt, sie besitzen aber musikalisch nicht jene Nachhaltigkeit, die sie noch lange im Gedächtnis haften ließen. Dies gilt ebenso für die Bläserquintett-Bearbeitung Joachim Linckelmanns, der sich Verdis „Macht-des-Schicksals“-Ouvertüre vorgenommen hat. Auch hier zeigte das Art’marillis-Quintett souveränes Musizieren, aber ein Schauer von dramatischer Wucht jener „Schauerballade“ wollte sich nicht recht einstellen.

Das war dann bei Mussorgskis berühmter Komposition „Bilder einer Ausstellung“ dann ganz anders. Bei diesem zehnteiligen Werk wurde die urwüchsige Kraft der Klangsprache ganz lebendig umgedeutet. Die schrillen, packenden Akkorde in Mussorgskis neuer Klangsprache gingen ebenso unter die Haut wie die im Wahnsinnstempo perlenden Melodielinien. Eine sehr ansprechende Leistung für ein solch junges Quintett! Und ein nicht minder gut vorbereitetes Finale!


Flotte Unterhaltung als Zugabe


Und dadurch dass man mit dem Bozza-Scherzo ein flottes Unterhaltungsstück als Zugabe gewählt hatte, entließ man das Publikum entspannt auf den Heimweg. Ein ansprechender und wahrhaft unterhaltsamer Konzertabend!

 

Aus Schwäbische Zeitung - nach dem Konzert am 3.07.2010

Bläserquintett Art’marillis begeistert Zuhörer


(TUTTLINGEN/sb) „Das war ein brilliantes Konzert“, hat eine Zuhörerin nach dem Auftritt des Bläserquintetts Art’marillis in Maria Königin Bilanz gezogen. Mit dieser Meinung war sie nicht alleine: Der langanhaltende Beifall der vielen Zuhörer zeugte von einem gelungenen Auftritt.
Es spielten: Christian Ruhnke (Tuttlingen), Flöte, Maksym Malkov (Ukraine), Oboe, Tao Li (China), Horn, Malou Garofalo, (Luxemburg), Klarinette und Ricardo Aurelio de Oliviera (Brasilien), Fagott.


Der von Heinz Imrich ausgebildete Flötist Christian Ruhnke hatte sich an der Hochschule für Musik in Saar mit den anderen Musikern zu diesem klassischen Quintett zusammen getan. Während des Konzerts staunte man über die Perfektion sowohl der Einzelspieler, als auch über deren Zusammenspiel. Welch ein Vergnügen boten beispielsweise die antiken Tänze von Ferenc Farcas. Auf die wunderschöne „Intrada“ folgte ein „Lento“ mit weicher Melodik der Klarinette. Der „Danza delle scapole“ war prickelnd-hochreißend. Im „Chorea“ bewunderte man den weichen Hornklang. Im „Saltarello“ wanderte die Melodie durch alle Instrumente, überspielt mit brillant blitzenden Flötenpassage.
Ein keckes Frühwerk von Bernard Sanders, die Frühlingsmusik, folgte. Das „Lento“ war im Zusammenklang etwas hart für die Hörer, ein Spiel mit der kleinen Terz. „Tempo di marcia“ danach war aber spritzig und witzig. Im „Moderato“ umspielte die Klarinettistin lieblich die Frühlingsmelodien von Horn und Fagott und im „Allegro leggiero“ sorgte der ständige Wechsel von Dreiviertel- und Sechsachteltakt für originelle Rhythmik.
Das bekannteste aller Bläserquintette, das „Divertimento“ von Joseph Haydn mit dem Choral St. Antonii, wurde in höchster Vollendung geboten. Man fühlte sich innerlich emporgehoben, fühlte nicht mehr, dass man saß. Der Schlusssatz, das „Allegretto“, wurde eigentlich zu schnell, aber virtuos und mit höchster Präzision gespielt.
Konnte sich da das Art’marillis-Ensemble noch steigern? Ja, mit dem dreisätzigen Bläserquintett des Pariser Flötisten und Komponisten Paul Taffanel. Diese romantisch schwärmerische Musik ist eine Komposition von großer Weite und Vielfalt. Der langanhaltende Beifall der vielen Zuhörer wurde von den Musikern mit Tango und Polka von Denes Agay belohnt.

Aus der Saarbrücker Zeitung von 19.07.2010

....Art'marillis war denn ein erstes Beispiel dafür, wie nachhaltig mit dieser Vorgabe gearbeitet wird. Klassik, wie etwa Modest Mussorgskijs passendes „Bilder einer Ausstellung“, interpretierten die fünf jungen Musiker so modern wie intensiv...

Aus der Saarbrücker Zeitung nach dem Konzert am 16.01.2011 in Riegelsberg

.....Optimistisch war auch die Stimmung, die das internationale Bläserquintett mit seiner Werkauswahl und deren impulsivem Vortrag verbreitete. Musiker aus fünf Nationen gehören dem Ensemble Art'marillis an, nämlich aus Deutschland, China, Brasilien, Luxemburg und aus der Ukraine.

Gleich zu Anfang des Konzerts verbanden die Musiker die Impulisivität, die Ludwig van Beethoven nachgesagt wurde, mit Ausschnitten aus dessen Symphonie Nr. 5, die man zu einem Bossa Nova variierte. Überhaupt standen feurige Tänze am Sonntagnachmittag in Riegelsbeg hoch im Kurs – im weiteren Programm fand sich auch der eine oder andere Tango. Mit schwungvollen Ausschnitten aus Pjotr Iljitsch Tschaikowskis „Nussknacker“, Wolfgang Amadeus Mozarts „Zauberflöte“, Georg Gershwins „Ein Amerikaner in Paris“ oder Georges Bizets „Carmen“ zeichneten die Musiker der Saarbrücker Hochschule, ebenso wie mit ihren anderen Darbietungen, dann einen farbenfrohen und lebhaften Ausblick auf ein Jahr, dem man bei so viel anregender Musik wünscht, dass es ein gutes wird – für die Kommunen und die Privatleute, ebenso wie für die Kultur.....

 

Maksym Malkov

(Ansprechpartner)

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